Einstimmung zum Infoabend #2

icon-einladung_130612_Anhand eines Beispiels versuche ich wichtige Begriffe eines Auswahlverfahrens zu erklären. Damit werden die Leser in die Materie eingeführt und können den Ausführungen  am Informationabend besser folgen.
Zeitgenossen, die mit den folgenden technischen Details nichts anfangen können, sollen sie einfach überlesen, sie stellen nur das Beiwerk zur Geschichte dar. Es geht in diesem Artikel um die Begriffe Ziele, Kriterien, Varianten. Bewertung und Gewichtung werden im nächsten Artikel erläutert.

Ein Student, nennen wir ihn Max, erkennt, dass sein Laptop-Gerät nur noch 1 h Arbeiten ohne Netzteil zulässt, es könnte leiser und vor allem schneller sein. Mit der Qualität von Bildschirm und Tastatur ist er sehr zufrieden und möchte sich nicht verschlechtern. Max steht ein maximaler Betrag von 500 € zur Verfügung. Die Gerätschaften seiner Mitstudenten sind sehr vielfältig, vom kleinen Netbook über Tablets bis hin zum letzten Modell von Mac book ist alles vertreten. Max stellt schnell fest, das für ihn ideale Gerät unter 500 € gibt es nicht.

Für ein methodisches Vorgehen bei der Auswahl braucht es zunächst Ziele (was wir als Sinn und Zweck  als angestrebtes Ergebnis unseres Handelns zu erreichen suchen). Max versucht sie so zu formulieren, dass sie möglichst genau, aber mit Sicherheitszuschlag sind und keine Entscheidung vorweg nehmen (Lange Akkulaufzeit kann mit großem Akku oder mit geringem Stromverbrauch erreicht werden):

  1. Akkulaufzeiten in Betrieb für mindestens 4 h, davon 2 h ununterbrochen (Es sind also auch 2 Akkus möglich).
  2. Möglichst matten Bildschirm mit gleicher oder größerer Auflösung. (Auf die Formulierung eines Ziels zur Tastatur verzichtet Max)
  3. Speicherkapazität und Rechnerleistung halten bzw. verbessern (Die Rechnerleistung ist zwar knapp, aber sie reicht. Das Ziel nimmt Max auf, weil es viele kleinere Geräte mit langer Akkulaufzeit gibt, die aber eine unzureichende Rechnerleistung haben.)
  4. Leiser als das aktuelle Gerät. (Das aktuelle Gerät hat 3 Lärmquellen: das DVD-Laufwerk, die Platte und der Lüfter. Das DVD-Laufwerk wird ganz selten benötigt, der Lüfter geht nur an, wenn der Prozessor voll beschäftigt ist, was auch relativ selten ist, während die Platte nicht direkt laut ist, aber dennoch stört.)
  5. Gewicht minimieren und Handbarkeit optimieren (Dicke Akkupacks erlauben riesige Akkulaufzeiten, sind aber schwer und bestehen aus mehreren Teilen)

Bei diesen Zielen sind die Kriterien (unterscheidende Merkmale als Bedingung für eine Entscheidung) einfach ableitbar und durchweg quantifizierbar. Eher ein Problem stellen die Aussagefähigkeit der technischen Daten dar. Ob die angegebene Akkulaufzeit auch mit der verwendeten Konfiguration stimmt und wie es nach 2 Jahren aussieht. Probleme, die durch andere Ziele qualitativer Art entstehen wie Rechner als Statussymbol, schick, trendy, guter Klang, …, seien nur erwähnt, Max hat andere Probleme.

Festzuhalten ist, dass die Festlegung der Ziele sehr wichtig ist, erst daraus werden die Kriterien bestimmt, die alle Ziele abdecken und möglichst redundanzfrei (hier: nicht mehrfach abdeckend) sein sollen. Werden mehrere Kriterien für ein Ziel formuliert, dann wird dieses Ziel mehrfach betont.

Da das Beispiel nicht wirklich durchexerziert wird, sondern nur als Erläuterung zum Verfahren dient, werden die Kriterien nur benannt und nicht wie nötig mit der jeweiligen Einheit und Messbedingungen versehen: Akkulaufzeit, Eigenschaft Bildschirmoberfläche, Bildschirmauflösung, Hauptspeicher, Plattenspeicher, Leistungsindex, Lautstärke bei Last, Gewicht, Anzahl Teile.

Unter Alternativen versteht man eine kleine Menge von Lösungen, die man durch einen vorgelagerten Prozess ermittelt hat. Max hat sich umgehört und umgesehen und ist zu folgenden Alternativen gekommen, die alle einen größeren Nachteil haben:

A) neuer Laptop zu 600 €
B) neues Gerät, aber älteres Modell zu 450 € mit spiegelndem Schirm gleicher Auflösung
C) Aufrüstung das aktuellen Geräts auf 8 GB Hauptspeicher, SSD, 2 Batteriepakete, Ladegerät, alles zusammen für 480€

Max hat keine Ahnung, welche Lösung die beste ist, er überlegt, ob er sich willkürlich für eine Lösung entscheiden, die Wahl durch Zufall ermitteln oder sich die Mühe machen soll, das beste Ergebnis zu ermitteln.

Im öffentlichen Bereich sollte immer ein Auswahlverfahren stattfinden. Dazu werden noch die Begriffe Bewertung und Gewichtung benötigt, die im nächsten Artikel erläutert werden.

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