Seilbahndebatte in Brixen geht weiter

Informationsabend des Komitees proALTvor mit Paukenschlag: Die Entscheidung der Gemeinde Brixen und des Landes für den Standort Talstation Bahnhof als bester und einziger wird dabei widerlegt. Ein Bericht einer BesucherIn. 

Sehr viele Bürger/innen, sowie Bürgermeister und einige Vertreter des Stadtrates und Gemeinderates sind der Einladung des Komitees proALTvor in die Cusanus-Akademie gefolgt. Das gleichermaßen starke Interesse beider Sprachgruppen an dem Projekt Seilbahn war auffallend.

Zur Vorgeschichte: auf Grundlage der Studie „Besier“ fußt die Entscheidung der Gemeinde Brixen und des Landes für das 35 Millionen teure Projekt Seilbahn Brixen- St.Andrä mit Standort Talstation Bahnhof sowie die Zusicherung für die Mitfinanzierung von privaten Sponsoren. Im Auftrag des Komitees proALTvor wurde obige Studie von einer Gruppe von 7 Technikern analysiert. 
Die Techniker wiesen in ihrer Präsentation auf schwere Mängel der „Besier“-Studie hin, wie fehlende Daten und Prognosen zu den zu erwartenden Touristenströmen, unklare Festlegung des Zieles und das Nichteinbeziehen bereits beschlossener Verkehrsprojekte wie den Autobahnvollanschluss Brixen Süd und Südspange. Der Hauptkritikpunkt der Analyse betraf aber vor allem die fehlende Gewichtung der 31 Kriterien für die Bewertung der 6 Standorte für die Talstation. So werden in der „Besier“-Studie 2 der wichtigsten Kriterien wie Landschaftsschutz und Überflug in einem einzigen Punkt zusammengefasst, was zu einer massiven Unterbewertung dieser Kriterien geführt hat, während hingegen die Fahrten von Schülern von St. Andrä nach Brixen eine 4fache Bedeutung erhalten haben.

Den letzten Beweis für die Unzulänglichkeit der Studie lieferte das Ergebnis der Simulationsstudie nach Methode AHP, das konträr zur „Besier“ Studie als besten Standort Sportzone Milland und als schlechtesten Bahnhof Brixen ergab. Dieser Paukenschlag war wohl verblüffend für alle Anwesenden, besonders für die Gemeindevertreter. Im Publikum kam es teilweise zur falschen Annahme, es ginge jetzt um den Vorschlag eines neuen Standortes, worauf die Techniker bemüht waren zu klären, dass das nicht Ziel der Analyse war, sondern die Entscheidungsfindung zum Standort Bahnhof unter die Lupe zu nehmen.
Die Diskussion war rege und mitunter wohl auch emotional und die Polarisierung zwischen Seilbahn Befürwortern des derzeitigen Projektes und den betroffenen Überflogenen kamen offen zutage. Es wurde der Wunsch nach stärkerer Einbeziehung der Bürger/innen mit Hilfe partizipativer Prozesse geäußert um solche Polarisierungen in Zukunft zu vermeiden und es gab viele kritische Wortmeldungen zum derzeitigen 35 Millionen Euro-Projekt auch von „nicht Überflogenen“. Einig war man sich letztlich, dass trotz konträrer Positionen alle das Beste für Brixen wollen. Klar sein müsste nach Vorstellung dieser Analyse auch, dass die Entscheidung Standort Seilbahn neuaufgerollt werden muss.

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