Finanzierung

Die Finanzierung ist ein Schlüsselbegriff dieser Seilbahndiskussion in Brixen. Der Großteil soll öffentlich finanziert werden, 20 Mio  (Land) und 5 Mio  (Gemeinde), ca. 10 Mio sollen von einem privaten Investor kommen. Es lohnt einen Vergleich mit Hamburg, Berlin-Marzan und der geplanten Seilbahn Brixen-St. Andrä (Talstation Plosebahn) anzustellen.

Hamburg

Doppelmayr und der Musical-Konzern Stage hätten die Bahn gebaut, betrieben und der Stadt Hamburg 10 Mio “gespendet”, um die Bahn 10 Jahre zu betreiben und sie dann anschlieißend abzubauen. Einige Brixner werden sich verwundert die Augen reiben und fragen warum haben die in Hamburg Mitte das Geschenk nicht angenommen. Darum geht es gar nicht. Damit kann man jedoch zeigen, dass die Betreiber bei erwartet  hohen Besucherzahlen ihren Gewinn einfahren können.

Berlin-Marzahn

Leitner baut für die IGA 2017 eine Seilbahn auf eigene Kosten, betreibt diese während der 170 Tage dauernden IGA und weitere 3 Jahre mit einer Option auf Verlängerung, und baut sie anschließend ab. Leitner erhält dafür 2,30 € des IGA Eintrittspreises für beliebig viele Fahrten und nach der IGA 2,30 € pro Fahrt. Die Kosten der Seilbahn werden mit 14 Mio angegeben für die Zeit der IGA werden 2,4 Mio Besucher erwartet.

Eine Zwischenbilanz

Wir wundern uns, warum hier in Brixen kein Seilbahnbauer anbietet was in Hamburg oder Berlin geht: mit den Einnahmen der Fahrten innerhalb von wenigen Jahren sowohl den Betrieb als auch den Auf- und Abbau der Seilbahn zu finanzieren. An der Dimension der Seilbahn selbst kann es nicht liegen, zwar sind keine so große Höhenunterschiede zu überwinden, dafür sind die Pfeiler höher und die Transportkapazität größer. Der wahre Unterschied liegt in der erwarteten Anzahl der Fahrten. Man muss ja nicht die 170 IGA Tage mit 2,4 Mio Besuchern als Referenz hernehmen, die Erwartung ist sicher unterschätzt, um am Ende der IGA sehr erfolgreiche Zahlen präsentieren zu können. Der Unterschied zur Plosebahn (gute 0,5 Mio /Jahr) ist gewaltig.

Überlegung

Wenn die Seilbahnbauer/Betreiber die zum Bau und zur profitablen Führung der Anlage notwendigen Transportzahlen nicht erwarten, so dass die öffentliche Hand sowohl beim Bau (25 von 35 Mio) und  im Betrieb (garantierter Mindestpreis pro Fahrt) zuschießen muss,  dann wird es sehr gefährlich. Es bedeutet nämlich, dass die Seilbahnbauer/Betreiber der Aussage der WIFO-Studie nicht trauen, die neue prosperierende Hotels sieht und die Gäste erwartet, welche die 600 -1000 zusätzlichen Betten füllen sollen, sowie natürlich viele Arbeitsplätze, welche dazu benötigt werden.

Konsequenz

Wenn die Unternehmer schon nicht der Sache trauen, dann sollten bei der aktuellen finanziellen Lage nicht Fakten geschaffen werden, die weitere öffentliche Ausgaben auf lange Zeit nach sich ziehen. Es gibt genug Beispiele (stellvertretend: Therme Meran) , die viele Millionen öffentliches Geld verschlangen, um dann für einen Bruchteil an die Athesia Gruppe verkauft zu werden.

 

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